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Die Geschichte der Nuklearmedizin beginnt mit der Entdeckung der Radioaktivität von Uran durch den französischen Physiker Henri Becquerel im Jahre 1896, kurz nach der Entdeckung der X-Strahlen, später Röntgenstrahlen genannt, durch den deutschen Physiker Wilhelm Conrad Röntgen. Die Grundlage der Nuklearmedizin ist die Tatsache, dass radioaktive Isotope (Atome mit gleicher Ordnungszahl, aber verschiedener Neutronenzahl) die gleichen chemischen bzw. biologischen Eigenschaften wie die natürlicherweise im menschlichen Organismus vorkommenden Elemente besitzen und deshalb zur Untersuchung von Stoffwechselvorgängen eingesetzt werden können. Die in der nuklearmedizinischen Diagnostik und Therapie verwendeten Substanzen (Radiopharmaka) werden entsprechend ihrer Struktur in den Stoffwechsel eingeschleust. Daraus ergibt sich jedoch, dass jede Anwendung von Radioisotopen mit einer Strahlenexposition verbunden ist. In der Diagnostik wird zu fast 90 % das Radioisotop 99m Technetium verwendet, welches durch seine kurze Halbwertszeit (6 Stunden) und seine Strahlenenergie von 140 keV ideal für die verschiedensten nuklearmedizinischen Untersuchungen ist. |
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Knochenszintigraphie Bei einem Erwachsenen unterliegt der Knochen einem ständigen aktiven Umbau, wobei sich Anbau und Abbau der Knochensubstanz im Gleichgewicht befinden. Pathologische Prozesse führen zu einem beschleunigten Knochenstoffwechsel, bei dem entweder der Anbau (Osteoplasie) oder der Abbau (Osteoklasie) überwiegt. Bei Knochengeschwülsten, Knochenmetastasen, Knochen - und Gelenkentzündungen, sowie anderen Knochenerkrankungen kommt es zu einem vermehrten Knochenumbau, der mit entsprechenden Substanzen (Radiopharmaka) dargestellt werden kann. Es werden jedoch die Radiopharmaka nicht in der Knochentumorzelle selbst, sondern in den aktiven Knochenumbauzonen der Umgebung abgelagert. Untersuchungsablauf: Für die Knochenszintigraphie wird Ihnen das radioaktive Isotop 99m-Technetium, welches an einen knochenaffinen Träger MDP (Methylendiphosphonat) gekoppelt ist, in die Armvene injiziert. Bei der Untersuchung liegen Sie in der Regel auf einer Liege, so dass Aufnahmen mit Hilfe einer Gammakamera angefertigt werden können. Die Ganzkörper-Aufnahmen dauern ca. 30 Minuten, in denen dann die Gammakamera einmal an Ihrer Vorderseite und einmal an Ihrer Rückseite entlang fährt. |
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Lungenszintigraphie Bei der Lungenszintigraphie wird die Lungendurchblutung (Lungenperfusion) beurteilt. Dies ist sehr wichtig bei dem Verdacht der Lungenembolie, bei der ein Teil der Lunge nicht durchblutet ist, da ein Blutgefäß in der Lunge beispielsweise durch ein Blutgerinnsel verstopft ist. Untersuchungsablauf: Für die Darstellung der Lungenperfusion werden Ihnen Eiweißpartikel, die mit dem radioaktiven Isotop 99m-Technetium markiert sind, in die Armvene in liegender Position injiziert. Durch die Verwendung von 99m-Technetium markierten Eiweißpartikeln kann eine Aussage über eine normale oder gestörte Lungendurchblutung getroffen werden. |
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Schilddrüsenszintigraphie Bei der Schilddrüsenszintigraphie handelt es sich um ein Funktionsbild der Schilddrüse, mit dessen Hilfe Aussagen über Lage, Größe und Form des Organs, sowie über "kalte", "heiße" Knoten, oder andere Funktionszustände getroffen werden können. Untersuchungsablauf: Für die Schilddrüsenszintigraphie wird Ihnen eine geringe Dosis des radioaktiven Isotops 99m-Technetium-Pertechnetat in die Armvene injiziert. Nach 15 - 20 Minuten wird dann eine 5 Minuten dauernde Aufnahme mit der Gammakamera in sitzender oder liegender Position von Ihrer Halsregion angefertigt. Von Ihnen zu beachten ist jedoch, dass Sie in den 6 Wochen vor Ihrem Termin zur Schilddrüsenszintigraphie keine Untersuchung mit jodhaltigem Kontrastmittel, wie es z.B. bei einer Computertomographie oder der radiologischen Nierendarstellung verwendet wird, erhalten haben. |
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Nierenszintigraphie Die beiden Nieren liegen links und rechts der Wirbelsäule und sind nicht von Bauchfell überzogen. Zum Harnsystem gehören außer den Nieren auch noch die Harnleiter, die Blase und die Harnröhre. Die Funktion der Nieren besteht in der Regulation des Wasser- und Elektrolythaushaltes und des Säure-Basen-Gleichgewichtes. Pro Tag werden sie von ca. 1500 l Blut durchströmt, aus denen sie ca. 1,5 l Harn filtrieren. Mit diesem Harn werden giftige und/oder überflüssige Stoffwechselprodukte aus dem Körper ausgeschieden. Mit Hilfe einer nierengängigen Substanz (Radiopharmakon), welche über das Blut in die Nieren gelangt, kann man nun die Funktion der Nieren untersuchen. Mit der Nierenfunktionsszintigraphie nutzt man diese Tatsache, um krankhafte Prozesse wie Fehlbildungen, Entzündungen, Tumore oder auch Gefässveränderungen und Gewebeinfarkte nachzuweisen. Untersuchungsablauf: Sie liegen während der Untersuchung auf einer Untersuchungsliege. Es wird Ihnen über einen venösen Zugang am Arm das radioaktive Isotop 99m-Technetium gespritzt. Dieses Technetium ist an eine Trägersubstanz gekoppelt (Mercapto-Acetyl-Triglycin). Zu diesem Zeitpunkt wird die Aufnahme gestartet. Insgesamt dauert die Untersuchung 30 min. Das Aufnahmegerät, die sogenannte Gamma-Kamera, befindet sich unter Ihnen und macht alle 15-30 sec. Aufnahmen. Nach 20 und 28 min. wird jeweils Blut abgenommen, mit dem man die Funktionsfähigkeit der Nieren errechnen und bestimmen kann. Wichtig ist, während der ganzen Untersuchung ruhig liegen zu bleiben. |
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Folgende Untersuchungen werden durchgeführt |
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